Die Südtiroler Band „Kaiserjäger“ kann als Vorläufer von „Frei.Wild“ angesehen werden, sowohl was ihre Besetzung (Philipp Burger war führendes Mitglied in beiden Bands), als auch was ihre thematische Ausrichtung betrifft (vgl. Songtexte der Bands): Zentrale Motive sind die ethnische/nationale Identität, Ablehnung von „Gutmenschen“ und Linken sowie Gewaltverherrlichung.
Die Band Kaiserjäger bestand von 2000 bis 2001, dem Gründungsjahr von Frei.Wild, und hat mit „Raff dich auf“ nur eine Demo-CD publiziert, das laut Angaben von Burger „in einer Stückzahl von weniger als 50 Einheiten in Umlauf gebracht“ wurde. Benannt hat sich die Band nach dem österreichisch-ungarischen Infanterieregiment „k.u.k. Kaiserjäger“.

Kaiserjäger waren Anfang der 2000er Jahre in Südtirol und Österreich aktiv und bestanden neben Sänger und Gitarrist Burger und Schlagzeuger Joggl aus einem weiteren, ungenannten Mitglied. … Die Band löste sich nach einem Konzert am 11. Februar 2001 auf, das in einer Massenschlägerei endete. Hintergrund war, dass Kaiserjäger die italienische Skinhead-Gruppierung Veneto Fronte Skinheads zu einem Konzert eingeladen hatte. Doch im Vorfeld gab es wohl Drohungen von Südtiroler Skinheads. Die Veneto Fronte Skinheads griffen die Südtiroler daraufhin mit Baseballschlägern an. Noch am gleichen Abend hätten die Bandmitglieder dann beschlossen, die Gruppe aufzulösen. (Wikipedia)

Der Bandsänger Philipp Burger erklärte in einem Interview zur Ausrichtung der „Kaiserjäger“, für die er vor der Gründung von „Frei.Wild“ gespielt hatte: „[D]as war keine Naziband, sondern eine Band von drei Jugendlichen, die darin ein dreiviertel Jahr lang Akkorde geübt hat. Es ging um Liebe, Freundschaft und Alkohol.“ Die Songtextesprechen jedoch eine andere, eindeutige Sprache: Positive Bezüge zu gewalttätigen Neonazis („Glatzen“) sind zu finden, Blut-und-Boden-Ideologeme wie „Blut fürs Vaterland“ bedient sowie rassistischer Hass auf MigrantInnen ausgedrückt.
Im Internet kursiert das „Raff dich auf“-Album nur in einer Version, bei auf dem Cover ein Keltenkreuz zu sehen ist, ein eindeutiges und weitverbreitetes Symbol in der neofaschistischen Szene. Burger selbst erklärt, das von der Band gestaltete Albumcover wäre ein anderes gewesen: In dieser Ausführung sind Kaiserjäger-Soldaten in Gefechtsposition zu sehen.

CD-Cover, vermutlich von Fans erstellt
CD-Cover, vermutlich Fans erstellt

Kaiserjäger- und Frei.Wild-CDs auf ebay
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Laut Burger offizielles Kaiserjäger-Cover
Laut Burger offizielles Kaiserjäger-Cover