Keine seriöse Kritik wirft Frei.Wild vor, sie seien Neonazis oder würden eine solche Ideologie verbreiten. Vielmehr ist es Frei.Wild selbst, die jede inhaltliche Kritik (an nationalistischen Versatzstücken in ihren Texten) als „Angriff auf die Meinugnsfreiheit“ und „Nazikeule“ abtun, um einer Konfrontation damit aus dem Weg zu gehen. Mit Verweisen auf andere Bands (Kastelruther Spatzen, ect.) bezwecken sie dasselbe.
Ein zweiter Aspekt ist das Verhältnis der Band zur Neonazi-Szene.

Verhältnis zur Neonazi-Szene

Nach der Bandgründung von Frei.Wild gab es starke Kontinuitäten zu „Kaiserjäger“, sowohl was die Texte als auch das Publikum der Band betrafen: Neonazi-Gruppen waren regelmäßige und treue Fans der Band. In den ersten Jahren schien das rechtsextreme Publikum in Südtirol niemand zu stören. Beispiel: das 5-Jahres Jubiläumskonzert von Frei.Wild in Brixen im Jahre 2006. Die deutsche Punkband Troopers, die als letzte Gruppe auftrat und ein Live-Video aufnehmen wollte, brach das Konzert aus Protest nach mehrere Lieder ab.
Auch kam es bei Konzerten immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.
Erstmals im Jahr 2008 – nachdem Frei.Wild zahlreiche AnhängerInnen außerhalb der Szene gewonnen hatte – gab es eine explizite Abgrenzung von „extremistischen Gesinnungen“. Auch löste der Sänger seine Verbindungen zur rechtspopulistischen Partei „Die Freiheitlichen“, wenngleich die Abgrenzung nur personeller Natur war, „nicht etwa deshalb, weil ich … mit dem Parteiprogramm nicht einverstanden wäre“, erklärte er damals.
Aufgrund des öffentlichen Drucks sahen sich die Bandmitglieder nunmehr öfters mit Kritik an ihrer politischen Ausrichtung konfrontiert, weshalb Frei.Wild in mehreren Songs und Interviews eine neonazistische Einstellung von sich wiesen. Mit Neonazis im Publikum hat Burger aber immer noch kein Problem (Video-Interview ab Minute 5:55):

In Südtirol gibt’s nun mal Skins, die auch das Recht haben, auf Konzerte zu gehen. Solange sich die Leute benehmen, bin ich sicher der Letzte, der sagt: ,Du darfst nicht reinkommen.‘ Warum? Mit welchem Recht? Nur, weil er anders denkt, weil er was anderes wählt? Wenn er die Leute nicht vollquatscht, denen nicht seine Meinung aufbindet und so weiter, dann kann ich ehrlich zu ihm sagen: ,Willkommen, aber benimm’ dich!

Ebenenso wenig Probleme gibt es offenbar mit der Verbreitung ihrer Lieder in der Neonazi-Szene: Auf zahlreichen rechtsradikalen bis neonazistischen Samplern finden sich Songs der Band. Gut verständlich, dass die Szene mit diesen Distanzierungen leben kann.